Gott, der Unendlichkeit, dem Tod ist die Komik versagt.


(1974/361, Toffolo S.108)

in der Zwischenzeit

Unser Ursprung ist obszön, unser Ende ist makaber; doch in der Zeit zwischen diesen beiden Extremen leben wir, fühlen wir, vermehren wir uns, erschaffen wir die Götter, auf dass sie uns erschaffen, retten wir die Götter, auf dass sie uns erretten, schöpfen wir die Unsterblichkeit aus dem Tode, schöpfen wir den Tod aus der Unsterblichkeit, geben wir dem Weltall harmonische und genaue Gesetze, verwandeln wir die matte Gegenständlichkeit der Dinge in ein Fest von Farben und Formen, in einen Olymp unvergleichlicher Bilder, erfinden wir die Vielfalt. 

Wir sind das einzige Bewusstsein des Universums, das uns keinerlei Dankbarkeit entgegen bringt; es ignoriert uns, weil es alles ignoriert. 
(1975/370, Toffolo S.114)

Geistesgaben

Die Geschenke unseres Denkens sind Widersprüche und Abgründe; dabei sind Abgründe und Widersprüche Geschöpfe der Rache, mit denen wir uns über die Banalität unseres Lebens hinwegtrösten, gegen die Notwendigkeit, welche je einfacher, desto grausamer ist. 
(1974/361 Toffolo S.110)

Ich, Mythos

Es lebt ein Mythos in jedem von uns. 

Jeder von uns lebt einen Mythos, der die wahre Geschichte seines Lebens ist; der sich unter dem konfusen, widersprüchlichen, zerstreuten und undurchsichtigen Anschein des alltäglichen Lärms abwickelt. Und jeder versucht auf die eine oder andere Weise den Mythos zu erkennen, der die Gottheit ist, welche in ihm lebt.
(1962/254 Toffolo S.79)

Vaterschaft

Das Gesetz unseres Gemüts ist folgendes: während wir ein Werk schaffen, schafft zum Ausgleich das Werk uns; nachdem wir etwas Wichtiges oder Schönes getan haben, sind wir anders als zuvor; Die Vaterschaft ändert den Charakter eines Menschen. 
(1931/12, in: Toffolo, Aforismi, S. 17)

Nicht existieren

Wenn wir nicht mehr da sind, wissen wir nicht, dass wir nicht existieren; nur wer lebt, hat das Vorrecht zu wissen, dass er nicht existiert.
(1965, Heft 288, nach: Raffaella Toffolo (Hg.): Andrea Emo: Aforismi per vivere, Milano 2007, S.87)
Das Bewusstsein seiner selbst und des eigenen Schicksals ist das Bewusstsein des eigenen Nichts.

DG 783

Ode ans Nichts

Ode ans göttliche Nichts

Göttliches Nichts, unser Frieden, funkelndes Firmament über dunkelsten Nächten, Synthese all dessen, was wir sind, Du bist unser höchster W...