Wenn wir in den Windungen des Absoluten zappeln, oder, was dasselbe ist, in den Windungen der Logik, sind unsere Bewegungen wunderschön. Vielleicht ist gerade dies die Bewegung des Absoluten.
(1963/255, Toffolo S.82)
Er hat sein Leben lang geschrieben. Doch erst nach seinem Tod sind die Gedanken des italienischen Philosophen Andrea Emo (1901-1983) zugänglich geworden. Emo hat etwa 38000 handbeschriebene Seiten hinterlassen. Die bisher erschienen Sammelbände auf Italienisch enthalten eher längliche Reflexionen des Denkers über das Nichts und das Sein. In seinen kürzeren Beobachtungen tritt Emos anders hervor. Er ist nämlich auch von der literarischen Welt seines Jahrhunderts geprägt.
was zu uns gehört
Zu uns gehört all das, was wir noch nicht getan haben, alle Gedanken, die wir noch nicht gedacht haben usw.: das heißt, uns gehören alle noch unbeschädigten und jungfräulichen Kräfte an, die nicht analytisch aufgelöst worden sind; alle unbeschädigten, also unbekannten, sich selber bewussten Kräfte, über die wir in der Willkür und der Neuheit des Handelns verfügen können.
Das Buch
Ein Buch ist ein Brief, den der Verfasser an alle Menschen schickt, deren Adresse er nicht kennt. Wenn er sie kennen würde, schickte er es nicht ab.
(1974/ 364 Toffolo S.111)
Künstler, Denker, Hetären
Es gibt eine tiefe Nähe zwischen Künstlern, Philosophen und den Hetären, und eine alte Freundschaft.
Sie lieben das l'art pour l'art, die Weisheit um der Weisheit willen, die Lust um der Lust willen, und lehnen jeden Zweck, jede Moral ab, ohne sich irgendwie um die Zukunft zu scheren, als ob es keine Zukunft gäbe oder als ob sie notwendigerweise ihnen oder der Gegenwart ähnlich sähe.
(1934/20, Toffolo S.26)
die Musen
Sphingen, Moiren, Parzen, Sirenen, Circen, Harpyien, Erinnyen, Musen: vielleicht waren die antiken Musen schreckliche Gottheiten, schrecklich wie ihr Gesang, der dazu bestimmt war, in der Zukunft Gesang des einzigen Trosts, der einzigen Unsterblichkeit zu werden, die uns Sterblichen gewährt ist.
(1973/353 Toffolo S.99)
Das Schicksal
Das Schicksal: ist kein unabwendbares Gesetz, uns nicht aufgezwungen, um uns zu zerstören und zu bedrücken, ohne jede Rücksicht auf unsere Existenz; das Schicksal ist ein Angebot.
(1974/364, Toffolo S.112)
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